Somerreise 2020: Besuch bei Knauf

Die Knauf Gruppe, einer der größten Hersteller und Vertreiber für Trockenbau, Boden, Putz und Fassade, ist einer der größten Arbeitgeber in meinem Wahlkreis. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie treiben mich genauso um wie die gesundheitlichen. Deshalb habe ich auf meiner Sommerreise auch das Knauf-Gipswerk in Ergersheim besucht und den Besuch mit Gesprächen über die Funktionsweise des Werks, bessere Rahmenbedingungen für das Gipsrecycling und Naturschutz in Abbaustellen verbunden.

Der Kohleausstieg stellt die Hersteller von Baustoffprodukten vor erhebliche Herausforderungen. Etwa die Hälfte der gipsbasierten Baustoffe wird aktuell nämlich aus REA-Gips hergestellt, aus einem Nebenprodukt der Rauchgas-Entschwefelung der Abgase von Steinkohle- und Braunkohlekraftwerken. Mit dem Kohleausstieg wird die Verfügbarkeit von REA-Gips drastisch zurückgehen. Eine Möglichkeit, die wachsende Nachfrage nach Gipsbaustoffen trotzdem zu stillen, ist der Ausbau des Gipsrecyclings. Dafür gibt es noch einiges an den Rahmenbedingungen zu tun - Recycling darf nicht teurer sein als Entsorgung und muss klar priorisiert werden vor anderen Verwertungen. Und die recycelnden Unternehmen brauchen Rechtssicherheit für ihre Verwertungsverfahren.

 

Mit „Natur auf Zeit“ haben der NABU, der Bundesverband Mineralische Rohstoffe und der Dachverband der deutschen Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie daneben eine interessante Initiative eingebracht, deren gewissenhafte Prüfung unter Abwägung aller Aspekte allemal lohnen wird.